Obstbaumschnittkurs am 14.02.2026
Obstgehölze in Gärten und auf Streuobstwiesen haben vielfältige Funktionen.
Nutzung, Größe, Standort oder Lebensraum, wir stellen hohe Ansprüche an Bäume. Leider geht das Wissen um die richtige Pflege immer mehr verloren, auch in ländlichen Regionen wie dem Donnersbergkreis.
Am Samstag, den 14.02.2026 leite ich einen Schnittkurs über den fachgerechten Schnitt von Obstgehölzen.
Grundlage der Erziehung ist der sogenannte Öschberg-Schnitt, eine Methodik zur Erhaltung einer naturnahen Baumkrone.
Für Laien verständlich geht es um die allgemeinen Ansprüche von Obstbäumen, förderliche und richtige Maßnahmen bei der Pflanzung, Pflege und Unterhaltung der Pflanzung. Im Bestand der BUND Streuobstwiese wird dann in Theorie und Praxis der fachgerechte Schnitt von Obstbäumen erklärt und geübt. Es sind Apfel- und Birnbäume in verschiedenen Altersstufen vorhanden. Vom neu gepflanzten Jungbaum bis zu abgängigen Habitatbäumen. Und wer fragt, bekommt natürlich auch Antwort für den Umgang mit Kirsche, Pflaume, essbare Wildpflanzen und andere Obstgehölze.
Wir beginnen mit der „visuellen Baumansprache“. Es geht um die Wahrnehmung des Baumes als Lebewesen, um Wissen und Verständnis für das Wachstum der Pflanzen. Über das Lesen von Zeichen und Signalen, mit denen der Baum oder sein Umfeld uns auf die Chancen und Risiken für gesundes Wachstum und Hohes Alter hinweist.
Weiter werden ureigene, in den Genen der Bäume verankerte Eigenschaften erläutert. Wachstum, Ertrag, Alter, Gesundheit – viele Faktoren sind vorgegeben und nicht durch uns veränderbar. Wir können nur lernen sie zu beachten und durch Maßnahmen zu fördern.
Jeder Baum ist ein Individuum, jeder wächst anders, Bäume lernt man erst über Jahre kennen. Und jeder Baum hat seine eigenen Bedürfnisse. Wir sprechen auch über die alten, in die Jahre gekommenen Bäume, oft sträflich vernachlässigt. Auch diese könnendurchaus durch geeignete Schnittmaßnahmen wieder revitalisiert werden, auch wenn man diese nicht in einer Saison wieder zum idealen Objekt entwickeln kann.
Und auch das ist Teil des Lebens: Manchmal hat man trotz aller Mühen keine Chance einen Baum zu erhalten. Als Habitatelement und Totholztorso bieten absterbende Bäume Platz für neues Leben. Wir fördern die Biodiversität. Totholz und Baumtorsos gehören als Unterschlupf für Haselmaus, Fledermäuse oder auch nur für alle möglichen Arten von Käfern, Pilze, etc. zu einem unverzichtbaren Bestandteil einer lebendigen Streuobstwiese.
Letztlich gehen wir auf Klimaveränderungen ein, besprechen Standortprobleme und Krankheiten.
Im Praxisteil wird dann am lebenden Baum der fachgerechte Obstbaumschnitt erklärt und die TeilnehmerInnen legen selbst Hand an. Es kann und es sollte auch geübt werden. Denn ohne Übung steht man doch immer wieder vor der gleichen Schwierigkeit, mit der Schere den richtigen Ast zu treffen.
Die richtigen Schnitttechnik und das richtige Werkzeug sind die Grundlage des fachgerechten Gehölzschnitts. Schwerpunktmäßig arbeiten wir hier an oft überalterten Bäumen, wie wir sie oft in den Gärten vorfinden. Hier führt der Schnitt erst einmal zur Grundstruktur. Aber auch der Aufbau von Jungbäumen soll thematisiert werden.
Die Übungsbäume gehören dem BUND Donnersbergkreis und stehen in Steinbach. Mitzubringen sind soweit möglich: eigene Sägen und Astscheren sowie Verpflegung für den Tag. Wetterfeste Kleidung und festes Schuhwerk wird empfohlen.
Der BUND freut sich natürlich über eine Spende in Höhe von fünf Euro, um weiter solche Projekte initiieren zu können.
Als Literaturtip empfehle ich die Broschüre „Pflanzung und Pflege von Streuobstbäumen“ des Deutschen Verband für Landschaftspflege. Diese kann auf der Homepage des DVL https://www.dvl.org/ bestellt werden oder auf dem Kurs für 10 Euro/Stk. erworben werden.
Bei Interesse und für weitere Fragen wende Dich bitte an Andreas Raschke (0160-94724249) oder Gerno Grüner (06352-8811).
Für den Fall, dass das Wetter (starker Frost/Dauerregen) es nicht zulässt, gibt es als Ausweichtermin den 21.02.2026.

